De lütt Werkstatt-Galerie

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Archiv für Biografie

Kleine Anekdoten …

… aus dem Leben eines weder berühmten noch berüchtigten Künstlers

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Die Fotografie hat uns Maler von der Pflicht des Portraitmalens befreit, denn das ist zwar immer noch ein interessantes Gebiet, aber auch mit Glatteis besetzt. Jeder hat sein „Bild“ von sich im Kopf, egal wie er aussieht und dies gilt es zu treffen. So sagte einst Max Liebermann zu einer Dame der Berliner Gesellschaft auf Ihre Beschwerde: „Aber Herr Professor, det sieht ma ja janich ähnlich!“

lakonisch: „Wissen se wat! Det is viel ähnlicher als se aussehen!“

Neulich sagte eine Dame zum Maler vor einem kleinen Werk mit angemessenem Preis:„ Wie lange haben sie denn daran gearbeitet?“
Antwortete der Maler:„ So lange wie ein Musiker braucht, um den Minutenwalzer von Chopin zu spielen!“

 

… wird fortgesetzt!

 

Kleine Anekdoten …

… aus dem Leben eines weder berühmten noch berüchtigten Künstlers

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Doch auch die Bambini von Cortelazzo und Jeselo freuten sich über den pittore tedeschi und auch ein emsländischer Landwirt, den ich im Auto ein Stück mitnahm sagte: Welche Ehre, bei einem Künstler im Auto!!

Da gingen die Finanzbeamten etwas prosaischer vor. Wegen nicht erkennbarer Gewinnerzielungsabsicht ( wie gern hätte ich viel verdient) stand ich immer wieder in Gefahr meinen Berufsstatus und damit auch die Sozialversicherung zu verlieren. So versuchte ich einst einem verdienten Mitarbeiter der OFD Frankfurt zu erklären, daß ich mich im Gegensatz zu normalen Geschäftsleuten nicht auf den Markt einstellen könnte, worauf er das probate Mittel erklärte: „Ei, hosche se, wenn se Schreiner sent on Stühlscher mache und die nicht los wädde, dann misse se ebe Tischscher mache!“
So einfach ist das. Ich entzog mich mehrmals der Misere durch Flucht in ein anderes Bundesland.

 

… wird fortgesetzt!

 

Kleine Anekdoten …

… aus dem Leben eines weder berühmten noch berüchtigten Künstlers

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Das erste tiefgreifende Erlebnis, dass mich den Ruf eines Künstlers lehrte, war der Auspruch meines Lehrmeisters Karl Meth aus Kassel. Der sprach, als er hörte, dass ich „Kunstmaler“ werden wollte: Ha! Freierkünstler; Hinten lange Haare und vorn ein dummes Gesicht!

Aber auch Achtung erfuhr ich als solcher. Da waren die Werftarbeiter von der Stülckenwerft in Hamburg, die andächtig um mich herum standen, als sie früh am Morgen auf die Fähre wartend mir beim Aquarellieren an den St. Pauli- Landungsbrücken zuschauten. Meine Mitstudenten werden ewig meiner gedenken, denn ich ließ sie nach einer St. Pauli-Nacht in die DJH am Stintfang rein, weil ich zum Malen wollte. Der Herbergsvater, von dem Lärm geweckt, schickte sie „wieder“ ins Bett. So früh würde die Herberge nicht aufgemacht!

 

… wird fortgesetzt!